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Sep 19

Produktvorstellung: Abu Garcia Revo STX-LH

Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf das Äussere der Rolle. Das Gehäuse der Revo besteht fast gänzlich aus Aluminium und wirkt als wäre sie aus dem Vollen gefräst. Überhaupt muss man Plastik an der Revo lange suchen denn auch sämtliche Bedienelemente sind aus Metall gefertigt. Leider gibt es hier jedoch gleich den ersten, kleinen Kritikpunkt. Das Gehäuse ist nicht ganz sauber verarbeitet und weist einige kleine Macken auf die jedoch nur bei ganz genauem Hinsehen auffallen. Trotz des Aluminiums bringt die Revo knappe 250g auf die Waage, sicherlich kein schlechter Wert, die Konkurrenz zeigt jedoch dass es in dieser Preisklasse auch noch etwas leichter gehen kann.

Erfreulich ist dass die Einstellräder der Sternbremse sowie auch der Wurf- und Magnetbremse mit einer Mikrorasterung versehen sind was man selbst bei höherpreisigen Rollen oft vergeblich sucht. Leider besitzt das Einstellrad der Magnetbremse keine Skala was die Reproduzierbarkeit von Einstellungen schwierig macht.

Das Getriebe und damit auch die Kurbel der Revo liegen seitlich des Rollenhalters und der sich dadurch ergebende, niedrige Schwerpunkt sorgt für wenig Kippneigung der Rute.

Die Kurbelgriffe aus weichem Gummi sind sehr griffig und liegen angenehm in der Hand. Keine Spur mehr von den harten Plastikgriffen älterer Abu Modelle. Beim ersten Dreh an der Kurbel fällt sofort der extrem sanfte Lauf der Rolle auf. Schaltet man die Wurf- und Magnetbremse aus scheint die Spule nicht aufzuhören sich zu drehen.
Als nächstes wickle ich nun eine gelbe 0,12er Power Pro auf die Spule und will zunächst einmal die Leistung der Sternbremse mit den Carbonbremsscheiben näher unter die Lupe nehmen. Hierzu löse ich diese etwas und beginne langsam an der Schnur zu ziehen. Die Bremse gibt vollkommen „smooth“ und ruckfrei Schnur frei. Voll geschlossen war es mir nicht mehr möglich auch nur einen Millimeter Schnur von der Spule zu ziehen, auch nicht mit höchstem Kraftaufwand. Mit dieser Bremse sollte man also auch im extremen Drill die volle Kontrolle über den Kontrahenten behalten.

Erwartungsvoll schraube ich die Rolle nun an eine Pezon&Michel Specialist Casting um die ersten Würfe zu wagen.
Zuerst fällt mir das ultraflache Profil der Rolle auf. Sie lässt sich wunderbar umgreifen und ist unglaublich klein. Stundenlanges Fischen dürfte damit einfach nur Spaß machen.

Als Köder wähle ich zunächst einen 21g schweren Jerk von Rapala. Wie ich das von Multis anderer Hersteller kenne, wähle ich zunächst eine sehr niedrige Einstellung der Magnetbremse, was beim ersten Wurf auch gleich mit einer unlösbaren Perücke quittiert wird. Also die Magnetbremse und auch die Wurfbremse etwas straffer gestellt und siehe da, der Köder erreicht schon eine ordentliche Weite. Da mich jedoch brennend interessiert wie die Rolle mit leichteren Ködern zurecht kommt, hänge ich nun einen Illex Deka Hamakuru mit 17g in den Karabiner und werfe mit den gleichen Einstellungen wie zuvor. Sofort wird deutlich dass diese Einstellungen zu straff gewählt sind und ich löse die Bremsen etwas. Bei diesem etwas „schärferen“ Setup und dem leichteren Köder fühlt sich die Revo immer noch wohl und der Köder fliegt wieder sehr weit. Jetzt will ich es wissen und es kommt ein Spinner mit 8g ans Ende des Vorfachs. Um ein solches Leichtgewicht noch werfen zu können muss man Magnet- sowie auch Wurfbremse fast gänzlich deaktivieren und den Daumen intensiv zum Einsatz bringen. Zudem liegt das Ködergewicht an der unteren Wurfgewichtsgrenze der Rute was mein Vorhaben noch etwas schwieriger macht. Doch was soll ich sagen; natürlich fliegt der Köder nun nicht mehr bis zum Horizont, aber der Wurf gelingt und ich erreiche eine ordentliche Weite. Sicherlich lässt sich die Wurfweite mit einer noch leichteren Rute noch steigern, aber ich bin schon sehr zufrieden mit den Leistungen der Revo.

Fazit:
Wie die Revo sich auf lange Sicht schlagen wird bleibt abzuwarten. Was ich jedoch jetzt schon sagen kann ist dass sich die Konkurrenz angesichts der Leistungen und des Preises der schicken Revo warm anziehen muss.

Technische Daten:

Typ: Baitcaster-Multirolle
Gewicht: 248g
Schnurkapazität: 145m 0,30mm
Kugellager: 10+1
Übersetzung: 6,4:1
Bremse: Carbon Matrix
Wurfbremse: Lineares Magnetbremssystem
Getriebe: Titan-Nitrid Schneckengetriebe


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