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Sep 19

Produktvorstellung: Castaic Jerky-J

Castaic Jerky-J (und andere Gummijerkbaits)


Aus dem Hause Castaic, bekannt durch hervorragende Gummiköder, kommt dieser sehr interessante Köder, ein Gummijerkbait, der durch seine Form und Konzeption dem Angler sehr hohe Flexibilität und Anwendungsmöglichkeiten bietet. Im folgenden Artikel werde ich mich auf den Jerky-J beziehen, allerdings möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es auch andere Gummijerkbaits gibt (u.a. Fin-S Fish und Slug-Go von Lunkercity), die ebenfalls einen hohen Maß an Flexibilität zulassen, mit dem entsprechenden Erfolg am Wasser.

Farben:
Castaic hat eine große Palette verschiedener Farben in Angebot. Zurzeit sind jedoch bei den hiesigen Internetanbietern 4 Farben zu finden, die allerdings viele Angelsituationen weitreichend abdecken.

Konzept:
Der Jeky-J ist ein Softjerkbait aus sehr beständigem Material, der geradezu perfekt geeignet dafür ist, an „schwierigen“ Stellen zu angeln, das heißt, in stark verkrauteten Gewässern, in der Nähe von oder zwischen Unterwasserhindernissen oder in anderen hängerträchtigen Bereichen.
Die besten Erfahrungen habe ich bei Verwendung eines Offset-Hakens (Wide Gap Haken) gemacht. Durch die an der Ober- und Unterseite des Köders befindlichen „Taschen“ verschwindet der Haken fast vollständig im Köper, wodurch sich die Gefahr eines Hängers deutlich verringert. Der Köder kann sogar durch regelrechte Krautfelder geführt werden.
Einige Barschfänge wurden in einem spanischen Stausee erzielt, indem der Köder einfach mitten zwischen abgestorbene Bäume geworfen wurde, dort stehen gerne die Räuber und lauern auf Beute. Der Jerky-J sinkt langsam und in natürlicher, waagerechter Lage. Durch den versteckten Haken ist die Hängergefahr sehr niedrig. In der Tat hatten wir sehr wenige Köderverluste zu verzeichnen, obwohl wir sehr „riskant“ fischten.
In mittleren und größeren Tiefen ist der Einsatz von Belly Weights® in verschiedenen Gewichten empfehlenswert. Damit kann auch sehr gut in der Strömung gefischt werden und man behält einen sehr guten Kontakt zum Köder. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass der Jerky-J in der Absinkphase noch verführerischer wackelt bzw. flankt. Wenn man das Belly-Weight mittig am Haken, nicht zu weit Richtung Hakenöse, anbringt, behält der Köder in der Absinkphase seine horizontale Lage.

Weniger gute Erfahrungen habe ich mit der Verwendung von Bleigewichten vor dem Vorfach gemacht. Dadurch bildet sich eine V-Form an der Schnur, die die Entfaltung des Köderlaufs beeinträchtigt.

Besonderer Aufmerksamkeit sollte man dem Aufziehen des Hakens widmen. Das richtige Aufziehen ist entscheidend für den idealen Lauf des Jerky-J. Am Anfang gestaltet sich dies etwas kompliziert, mit etwas Übung geht es dann fast von alleine.

Folgend eine kleine Anleitung für das Aufziehen des Hakens:

Jerky-J, Wide-Gap-Haken (4/0), Belly Weight

Haken einführen und Spitze sofort wieder ausstechen

Detailaufnahme

Hakenschenkel durchziehen

Belly Weight anbringen

Belly Weight befestigen und Haken bis zur Öse einführen (Hakenöse kann vollständig im Kopf des Köders verschwinden)

Haken an vorher markierte stelle in den Körper des Köders durchstechen

Detailaufnahme (mit geöffneter Bauchtasche)

Hakenspitze an die Oberseite des Köders wieder durchstechen

So sollte es in etwa am Ende des Aufziehens aussehen.

Die Position des Belly Weight kann variiert werden, um ein ideales, waagerechtes Sinkverhalten zu erzielen

Die Empfehlung einiger Kollegen und eines Herstellers anderer Gummijerks, nach dem Biss mit dem Anschlag einige Sekunden zu warten, kann ich nicht teilen. Bei einem beherzten, dosierten und sofortigen Anschlag habe ich keine negativen Ergebnisse verzeichnen können, jedoch als ich, wie von einem Hersteller empfohlen, die Rute erstmals in Richtung Köder bewegte und erst nach zwei, oder drei Sekunden den Anhieb setzte, da hatte der Fisch den Köder bereits wieder ausgespuckt.

Material:
Die Gummimischung ist sehr flexibel und verzeiht manche Fehler beim Aufziehen des Hakens. Häufiges Wechseln der Belly Weights verträgt der Köder ebenfalls problemlos.

Führung:
Nach dem Auswurf wird der Jerky-J wie ein Jerkbait an der Oberfläche, im Mittelwasser, in Grundnähe mit vorsichtigen Schlägen aus dem Handgelenk geführt. Dadurch erreicht der Köder seine typische „erratic action“ (in etwa unkontrolliertes Ausbrechen), die ihn so verführerisch macht. Die Häufigkeit und Stärke der Schläge und das Gewicht des verwendeten Belly Weight bestimmen die Lauftiefe und die Geschwindigkeit des Ausbrechens. Eine steife Spinnrute mit einer Länge von ca. 2,10 m. (je kürzer desto besser) und einem WG von 15-40 g sind dafür sehr gut geeignet. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich die typischen Vertikal- oder Schwarzbarschruten ebenfalls sehr gut dafür eignen würden. Bei den Tests wurde eine low-profile Multirolle verwendet, allerdings kann der Köder auch perfekt mit einer mittleren, stabilen Stationärrolle gefischt werden. Als Jerkbait-Verrückter ist das Fischen mit der Multirolle natürlich meine Lieblingsführungsvariante. 🙂

Natürlich kann der Jerky-J auch mit einer längeren Rute klassisch wie ein Gummiköder gefischt werden. In diesem Falle benutze ich immer Belly Weights, je leichter desto besser, da ich der Meinung bin, dass diese Gewichte die entscheidende Absinkphase des Köders noch attraktiver machen und die Kontrolle über den Köder verbessern. Die Strömung und Gewässertiefe bestimmen die Größe der Belly Weights. In stehenden Gewässern verwende ich die kleineren Größen, auch in sehr verkrauteten Seen, so behält man die Köderkontrolle und man hat trotzdem keine Probleme mit der Unterwasservegetation.

Für extrem verkrautete Gewässer empfiehlt es sich, die Karabiner und Wirbel mit schwarzem Isolierband oder Schrumpfschlauch zu bedecken, so vermeidet man, dass Kraut und sonstiger Bewuchs hängen bleibt. Auch der Einsatz beim Vertikalfischen und an der drop-shot-Montage ist Erfolg versprechend.

Ich hoffe, ich konnte Euch einige Facetten dieses interessanten Köders näher bringen und das ihr genauso gute Erfahrungen damit macht wie ich. Für Kommentare, weitere Tipps, Empfehlungen etc., wäre ich Euch sehr dankbar.

Viel Fisch und Spaß mit dem Jerky-J und anderen Gummijerkbaits!

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