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Sep 05

Das Hangman-Rig

Nach langem Herumexperimentieren mit mehreren Anköderungsmethoden habe ich nun meine eigene entwickelt.


Bei der meistverwendeten Anköderung unterhalb des Rückenflossenträgers, die beim Fischen mit Drillingen einigermaßen gut funktioniert, hatte ich mit meinen Einzelhaken häufig Fehlbisse, da die Hakenspitze nicht weit genug frei stand, um beim Anhieb im harten Zandermaul zu fassen.

Beim Aufziehen des Köderfisches mit der Ködernadel durch das Maul –einer der weitwurfsichersten Anköderungsmethode für das Grundangeln –hatte ich beim Angeln mit der Laufposenmontage gleich zwei Probleme. Zum einen hängt der KöFi ziemlich unnaturlich mit dem Kopf nach unten an der Montage, zum anderen besteht beim Biss eines untermaßigen Zanders auf Grund des weit vorn am Köder sitzenden Hakens leicht die Gefahr des Verangelns.

Die Schwanzanköderung mit Ryderhaken schließlich erfordert bei einem Biss langes Warten mit dem Anhieb, da der Räuber den KöFi erst fast vollständig schlucken muss, bevor die freie große Hakenspitze überhaupt in seinem Maul greifen kann.

Also habe ich schließlich meine eigene Anköderungsmethode –Reverend’s Hangman –Rig –entwickelt. Es handelt sich dabei um eine abgewandelte Haarmontage.

Ich verwende lose Ryderhaken der Größe 2-4 mit Öhr. Das Vorfachmaterial ist ein Hardmono mit einer Tragkraft von 6-9kg, dass sich noch gut knoten lässt. Ich verwende es deswegen, um einerseits die in meinem Gewässer sehr vorfachscheuen Zander nicht durch ein Stahlvorfach gleich zu vergrämen, und um andererseits gewisse Sicherheitsreserven zu haben, falls ein Hecht Gefallen an meinem Köderfisch finden sollte.

Nun montiere ich wie folgt:

Aus dem losen Vorfachmaterial von ca. 1m Länge knote ich zunächst eine aus vielen Westernfilmen allseits bekannte Henkersschlinge (Abb.1)

Anschließend fädle ich vom oberen Ende des Vorfachs her einen Ryderhaken auf. Dessen größere Spitze wird durch die Schlinge gezogen. (Abb.2)

Nun kommt der Augenblick, in dem der tote KöFi gehenkt wird: Ich stecke seinen Kopf in die Schlinge und ziehe sie zu. Anschließend wird die kleinere Spitze des Ryderhakens im seitlichen Rückenfilet des KöFi –ich verwende bevorzugt Lauben von 12-17cm Länge –gestochen.Bei einem Biss würde die Montage bereits jetzt schon halten, selbst wenn der Kopf des KöFis abgerissen werden sollte. Denn die Schlinge zieht sich ja auch um den Hakenbogen.

Doch ich will ganz auf Nummer Sicher gehen und binde daher um den oberen Hakenschaft noch einen Boiliehakenknoten (siehe im Angler-Online – Hauptportal unter „Knotenkunde“). Das ist eine etwas fieselige Arbeit, da sie ja mit dem bereits angeköderten KöFi erfolgen muss. Es kann auch nicht zu hause vormontiert werden, da sich ja erst die Schlinge um KöFi und Hakenschaft zusammengezogen haben muss.

Zu guter Letzt ziehe ich das obere Ende des Vorfachs mit einer Ködernadel unterhalb des Rückenflossenträgers meines KöFi hindurch. Will ich mit dieser Montage auf Grund fischen, kann ich das Vorfach auch gut mit der Ködernadel durch die Schwanzwurzel ziehen.

Nun habe ich eine absolut Weitwurf sichere Montage, die auch mehrfaches Auswerfen unbeschadet übersteht. Bei einem Biss sitzt der Haken weit genug vorne am Köder und steht auch frei genug, dass ein frühzeitiger Anhieb sitzt. Ich setzte ihn meist schon, nachdem der Fisch 3-5m Schnur abgezogen hat.

Die etwas aufwändigere Anköderungsmethode lohnt sich also durchaus.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren.

Gerhard Prell

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