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Jan 15

Eisangeln – mit dem Zocker/Tunker auf Räuber

Viele schütteln nur den Kopf, wenn ich mir einen kalten Winter wünsche. Nicht das ich gern friere, aber es braucht nun einmal diese Kälte um auf den Gewässern eine begehbare Eisschicht entstehen zu lassen.

Vor dem Betreten der Eisflächen möchte ich aber noch einmal auf die Gefahren hinweisen. Ich hatte hier schon einmal eine kleine Aufstellung veröffentlicht (Eisangeln – gutgemeinte Hinweise). Bitte daran halten und nicht leichtsinnig werden. Kein Fisch ist es wert sein Leben zu riskieren.

Wie aus der Überschrift schon zu ersehen ist, geht es hier um das s. g. Zocken oder Tunken. Wie bei jeder Art der Kunstköder-Angelei ist das Finden der Fische das Wichtigste, da wir im Gegensatz zum Naturköder und der Ansitzangelei den Fisch nicht über weite Entfernungen zu unserem Köder locken.

Gerade beim Eisangeln mit dem Zocker wird nur eine verschwindend kleine Gewässerfläche abgesucht, deshalb sollte man möglichst wissen wo die Löcher zu bohren sind. Einfach an ein Gewässer zu fahren, Löcher bohren und drauflos angeln ist in diesem Fall wie Glücksspiel. Hier hilft es, wenn man für das Gewässer eine gewisse Vorkenntnis hat. Dabei gilt Stellen, an denen bereits beim Spinnangeln gefangen wurde unser besonderes Augenmerk.

Sollten uns diese Vorkenntnisse fehlen, hilft uns nur der Tipp eines Ortskundigen oder der Eisbohrer und ein Lotblei um die Unterwasserstrukturen zu erkunden. Stellen für die engere Wahl sind dabei alle Unregelmäßigkeiten, wie z. B. Barschberge, Rinnen o. ä. Meiner Erfahrung nach spielt die Gewässertiefe dabei nicht immer die große Rolle. Ich selbst habe schon stattliche Barsche in Tiefen von 1,0 m bis 6,0 m in dem selben Gewässer gefangen.
Ist die Platzwahl getroffen geht es an das Bohren der Löcher.

Jetzt geht es an das Zocken. Dabei lassen wir unseren Zocker bis auf den Grund absinken, heben ihn kurz an und fangen heftig an zu pilken. Dabei wird die Rute nach oben gerissen und sofort wieder abgesenkt. Je tiefer die Stelle, desto höher ziehen wir den Zocker. Beim Absinken trudelt der Zocker seitlich weg und wir erreichen somit den größt möglichen Aktionsradius.

Nach einigen kraftvollen Pilkbewegungen werden wir ruhiger und lassen den Zocker unter leichtem Zupfen zum Grund sinken. Dann legen wir den Zocker auf dem Grund ab, warten einen Augenblick und lassen ihn dann wieder ein paar Zentimeter springen.

Mit den schnellen und hektischen Bewegungen des Köders versuchen wir einen kleinen verletzen Fisch zu imitieren, der in den letzten Zuckungen liegt und somit die Neugier der Räuber weckt. Das leichte Zupfen über dem Grund signalisiert jetzt eine leichte Beute, die man sich als Raubfisch nicht entgehen lassen will. Die meisten Bisse kommen, wenn der Köder fast in Ruhe ist oder wieder angehoben wird.

Was sich beim Anheben kurz wie ein Hänger anfühlt, kann schon der erste Fehlbiss gewesen sein. In diesem Fall lassen wir den Köder sofort wieder zu Boden und machen ganz vorsichtige Zupfer, meist kommt sofort der Anbiss. Hat man nach einigen ruhigen Bewegungen keinen Kontakt gehabt, versucht man es wieder mit der aggressiven Köderführung. Die hektischen Bewegungen sollen locken und die ruhigen Zupfer zum Anbiss überreden. Sollte nach einigen Minuten kein Fisch sein Interesse an unserem Köder bekundet haben wird das Loch gewechselt und wir versuchen das Ganze von vorn.

Noch ein kurzes Wort zum Material. Als Rute nehme ich ein altes Handstück und das Spitzenteil einer ausgedienten Spinnrute (siehe Foto). Meiner Erfahrung nach sollte die Rute nicht zu weich sein. Auf der Rolle habe ich eine 28er Mono, an die ich bei Hechtgefahr ein dünnes Stahlvorfach (z.B. Flexonit 4,5 kg) binde. Von geflochtenen Schnüren rate ich ab, da das Wasser zwischen den Fasern gefriert und das Geflecht beschädigt. Außerdem stellen scharfe Kanten am Eisloch für Geflochtene eine größere Gefahr da als für Mono.

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