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Sep 04

Alles rund um das Jerken (Teil 1)

Das Angeln mit Jerkbaits ist ein aktives, anspruchsvolles und interessantes Angeln. Durch die Bewegung der Rute wird dem Jerkbait Leben eingehaucht.

Je intensiver mit der Jerkrute geschlagen bzw. geruckt wird, desto intensiver bewegt sich der Jerkbait. Ohne eine spezielle Technik wirkt ein Jerkbait wie tot, die Folge: kein Fisch und kein Spass am Jerken.
In diesem Bericht möchte ich auf die verschiedenen Köder, sowie Ruten, Rollen, Schnüre und dem Zubehör eingehen. Beginnen wir mit den Jerkbaits, sie werden in 3 Gruppen unterteilt.

Twitchbaits– Als Twitchbaits werden eigentlich ganz normale Wobbler bezeichnet. Sie werden nicht wie beim normalen Angeln nur einfach eingeholt und wobbeln, nein sie werden ebenfalls geruckt. Dadurch erhalten sie ein ganz anderes Laufmuster und wirken auf die Räuber noch interessanter.

Glider– sind Jerkbaits mit einer abgerundeten Kopfform. Mit einem Schlag mit der Rute bringt man sie in Bewegung, dadurch fangen sie an zu gleiten.
Ein Schlag nach links, der zweite Schlag nach rechts und immer so weiter, somit beginnt der Jerkbait zu arbeiten. Zwischendurch kann man für ein paar Sekunden eine Pause einlegen, somit verharrt der Jerkbait auf einer Stelle. Mit einem langen Schlag entsteht eine lange Gleitbahn, mit einem kurzen Schlag eine kurze Gleitbahn. Schlägt man jetzt schnell und kurz hintereinander bewegt sich der Jerkbait fasst auf einer Stelle, dass ist von Interesse wenn man sich über einen Hot Spot befindet.

Die dritte Gruppe sind die Diver– Diver sind Jerkbaits mit einer keilförmigen Kopfform, die durch lange Schläge auf Tiefe gebracht werden. Ist die bestimmte Tiefe erreicht beginnt man mit dem Angeln. Schlagen, Pause, Schlagen, Pause. In der Pause taucht der Jerkbait auf, beim Schlagen sinkt er wieder ab, so ensteht das typische Sägezahnmuster.
Jerkbaits gibt es in unterschiedlichen Sinkverhalten, TOP für das schwimmende Model, MEDIUM für das langsam sinkende
Model und DEEP für das schnell sinkende Model.
Manche Jerkbaits sind mit Stahlkugen oder Rasseln versehen, die dadurch auch noch ein akkustisches Signal aussenden.
Die Materialien sind zum einen Kunststoff und zum anderen Holz, die durch ein mehrmaliges Tauchen in Kunstharz
oder Klarlack wasserdicht versiegelt werden.
So hat man auch noch nach vielen Jahren seine Freude an den Jerbaits.

Hier möchte ich nun einige Worte zu den Ruten und Rollen verlieren. Die Jerkrute hat eine Länge von 1,70m bis 2,10m, wobei ich die kürzere Version bevorzuge. Sie gibt es als einteilige Rute und auch zweigeteilt. Genauso unterscheiden sie sich in den Griffvarianten, es gibt sie mit einem normalen Rollenhalter für Stationärrollen und mit Triggergriff für kleine Multi-bzw. Baitcastrollen.

Meist verbreitet sind die Baitcastrollen, da bei dieser Angelart die Rolle durch das Schlagen sehr beansprucht wird. Nur hochwertige Stationärrollen mit verstärkter Achse und edlen Bauteilen überstehen solche Strapazen. Zurück zu den Jerkruten und deren Wurfgewichte. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. LIGHT-mit einem Wurfgewicht zwischen 20-60 Gramm, MEDIUM-mit einem Wurfgewicht zwischen 40-110 Gramm und die ganz schweren Brocken für Wurfgewichte über 100 Gramm.
Ich selbst finde das Wurfgewicht zwischen 40-110 Gramm als ideal, mit einer ordentlichen Rolle und guter Schnur kann man
auch noch Jerkbaits um die 30 Gramm ganz passabel werfen.
Eine Jerkrute sollte eine progressive mittlere Aktion aufweisen, um einerseits den Jerkbait ordentlich zu kontrollieren und
andererseits einen sicheren Anschlag zu setzen.
Eine SIC- Beringung ist Pflicht, da mit geflochtener Schnur geangelt wird.

Nun etwas zu den Rollen beim Jerken. Wie schon angedeutet, können beide Sorten von Rollen verwendet werden, aber die
bessere Wahl sind die kleinen Multirollen bzw. Baitcastrollen.
Bei ihnen gibt es beim Werfen keinen Schnurdrall, weil die Schnur nicht über ein Schnurlaufröllchen umgelenkt wird, sondern glatt von der Spule läuft. Dadurch ist auch ein sauberes genaues Anwerfen möglich. Man sollte stets auf eine hohe Übersetzung (grösser 5.1:1) achten, um die Jerkbaits auch einmal aggressiv zu führen. Die Rollen sollten mit einer guten Wurf- und Drillbremse ausgestattet sein. Wurfbremse um einer Perückenbildung vorzubeugen, Drillbremse um den Fisch ein ruckfreies Abziehen zu gestatten und somit ein Ausschlitzen zu verhindern.

Ein Thema das allgegenwärtig ist, monofile oder geflochtene Schnur. Beim Jerkangeln gibt es darauf eine eindeutige Antwort, geflochtene Schnur. Man hat einen direkten Kontakt zum Jerkbait und somit auch zum Fisch. Geflechtschnüre haben so gut wie keine Dehnung, was bei der Köderführung und beim Anhieb von grosser Bedeutung ist. Ein genauso wichtiger Aspekt ist die höhere Tragkraft gegenüber der monofilen Schnur bei gleichem Durchmesser. Dadurch kann mit dünnerem Durchmesser gefischt werden, was sich wiederum auf die Wurfweite und die Jerkbaitführung positiv auswirkt. Speziel auf eine geflochtene Schnur möchte ich aber nicht eingehen, da der Markt viele gute Schnüre im Angebot hat und jeder für sich seine Schnur auswählen muss. Für das leichte bis mittlere Jerken ist man mit Schnüren zwischen 8 und 13kg ausreichend abgesichert. Beim schweren Jerken, also ab einem Ködergewicht von 100 Gramm ist eine Schnur ab 15kg empfehlenswert. Jetzt kommt sicher die Frage: Was für ein Schnurdurchmesser? Ich habe mit Absicht die Schnüre in Kilogramm angegeben, da der Schnurdurchmesser von Hersteller zu Hersteller auf das Gewicht bezogen stark variiert.
Kommen wir nun zum Zubehör. Dazu zählen Vorfächer, Spinnstangen, Kunstködersnaps, Wirbel und Knotlos-Verbinder. Eines möchte ich gleich dazu bemerken, bitte das Zubehör immer etwas stärker wählen als die Tragkraft der geflochtenen Schnur. Wer möchte schon einen teuren oder fängigen Jerkbait durch einen zu schwachen Wirbel oder Snap verlieren.

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