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Sep 04

Alles rund um das Jerken (Teil 2)

Vorfächer- Stahlvorfächer wie zum Beispiel FLEXONIT oder TITANIUM. Es gibt auch das HARD MONO, es ist ein glasklares, sehr steifes und bissfestes Vorfach.

Ich selbst bevorzuge aber ein Stahlvorfach und fische mit Flexonit. Es ist knotbar, rostfrei, es fasert nicht aus und hat eine matte, reflexionsfreie Oberfläche. Somit keine Scheuchwirkung auf den Fisch. Stahlvorfächer werden für kleine bis mittlere Jerkbaits eingesetzt. Bei grösseren Jerkbaits ab ca. 60 Gramm setze ich eine Spinnstange ein, da sie beim Werfen ein Überschlagen des Jerkbaits verhindert. Natürlich kann es bei jedem Jerkbait passieren dass er sich beim Werfen in das Vorfach einhängt, wird aber durch die Spinnstange minimiert. Eine Spinnstange trägt zu einem besseren Laufverhalten bei, da sie wie ein Gelenk wirkt. Spinnstangen gibt es für folgende Ködergewichte: 15-40 Gramm-0,6mm, 40-70 Gramm-0,8mm und über 70 Gramm- 1,0mm.
Bei den Snap´s ist darauf zu achten, dass sie eine runde Ausführung haben, somit kann man eine natürliche Köderpräsentation
gewährleisten.
Nun zu den Knotlos- Verbindern, sie sind die Verbindung zwischen dem Vorfachwirbel und der geflochtenen Schnur.
Der Name sagt es schon, die Schnur wird ohne Knoten befestigt, dadurch behält sie nahezu ihre Tragkraft.
Nach dem Einhängen in die Öse, wird die Schnur mindestens 7 mal um die Achse gewickelt und dann zum oberen Öhr straff gezogen. So entsteht eine nichtlösbare Verbindung.
Bis jetzt habe ich einen Einblick über das benötigte Tackle und die verschiedenen Jerkbaits gegeben, aber was nutzt uns das alles ohne eine bestimmte Technik. Die Jerkrute wird mit angewinkeltem Arm in Hüfthöhe gehalten. Dabei ist darauf zu achten, dass das Griffstück nicht zu lang ist. Es sollte am Oberarm vorbei gehen, nur so kann die Rute aus dem Handgelenk bewegt werden.

Mit der Rute kann vertikal aber auch horizontal gejerkt werden. Es sollten kurze Rutenschläge sein, die unseren Jerkbait zum Leben erwecken.
Beim ersten mal mit der Rute in der Hand, sollte der Jerkbait nur ganz kurz ausgeworfen werden, um zu sehen wie er durch unsere Aktion im Wasser arbeitet. Dieses kann man ruhig einige male wiederholen um ein Gefühl dafür zu bekommen. Am besten eignet sich ein Oberflächenjerk dazu. Nun kommen wir zu unserem ersten Weitwurf, dabei sollte man den Jerkbait nicht einfach ins Wasser klatschen lassen. Kurz bevor er auf dem Wasser auftrifft stoppe ich die Spule ganz leicht mit dem Daumen und hebe die Rute ein wenig an. Damit erreiche ich, dass die Schnur gestrafft wird und der Jerkbait mit der flachen Seite auf das Wasser auftrifft. Das hat einen grossen Effekt, wenn man in verkrauteten Gewässern angelt. Lässt man den Jerkbait ganz einfach ins Wasser fallen, taucht er beim Auftreffen zu tief ab und es besteht die Gefahr, dass er mit dem hinteren Drilling Kraut sammelt.
Somit ist eine ordentliche Köderführung nicht mehr möglich.
Mit dem Abbremsen ist dieser Nachteil so gut wie ausgeschlossen, gleichzeitig verhindere ich das Überschlagen des Jerkbaits.

Nun kann es natürlich auch vorkommen, dass wir mit unserem Jerkbait an einem Unterwasserhindernis hängen bleiben. Dies passiert an Steinschüttungen oder an versunkenen Bäumen, aber noch haben wir die Möglichkeit unseren Jerkbait zu retten. Hier kommt der Köderretter zum Einsatz.

Er wird in die Schnur eingehängt, an straffer Schnur und erhobener Rute zu unserem Jerkbait abgelassen. Jetzt muss unser Köderretter an der Sicherheitsleine leicht hoch gezogen werden und wieder abgelassen werden, dies wiederholt man solange bis sich eine Kette in einem Drilling verfängt.
Unser Jerkbait ist gerettet. Diese Methode funktioniert aber nur, wenn sich der Jerkbait nicht allzuweit von uns im Hindernis fest gesetzt hat. Zu fast 100 Prozent gelingt eine Rettung vom Boot, da man dort senkrecht über dem Jerkbait steht. Eine andere Möglichkeit, man tauscht vor dem Angeln die Sprengringe gegen LURESAVER aus.

Sie haben die Eigenschaft, dass sie sich bei gleichmässigen Zug an der Schnur, nicht über die Rute, aufbiegen und den Drilling frei geben der im Hindernis fest sitzt. Danach gehen die Luresafer in ihre ovale Ausgangsform zurück. Ein verlorener Drilling ist schnell ersetzt und kostet nur ein paar Cent, im Gegensatz zu einem verlorenen Jerkbait. Diese Luresafer verwende ich aber nur an schnell sinkenden Modellen. Bei dem Luresaver ist aber darauf zu achten, dass die Tragkraft etwas geringer sein muss als die Tragkraft der Schnur, denn es sollte sich erst der Safer öffnen bevor die Schnur reisst.

Nun noch ein letzter Satz zur Köderführung im Sommer sowie im Winter. Im Sommer sind alle Köderführungen möglich, langsam, schnell und auch aggressiv. Im Winter sollten die Jerkbaits sehr langsam und ruhig geführt werden. Manchmal reicht schon ein ganz leichtes Zupfen mit der Rutenspitze.

Hiermit wünsche ich allen Anglern ein erfolgreiches Jerken, probiert es aus, es macht einen höllischen Spass.

MfG Heiko 63

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