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Sep 04

Fischen mit dem Popper

Leider irgendwie nicht so oft verwendet wird bei den Spinnfischern der Popper. Dies soll eine kleine Anleitung zum Fischen damit sein, vielleicht ermutigt es den einen oder anderen doch noch, damit auf Esox-Jagd zu gehen.

In meinem Heimatgewässer dem Regen bei Roding kann man mit anderen Spinnködern leider kaum fischen. Grund dafür ist die geringe Gewässertiefe von maximal einem Meter und der extreme Bewuchs mit Laichkraut. Da ich aber den Hechten nachstellen wollte, kam ich über diverse Oberflächenköder zum Popper.

Hier ein paar Exemplare, welche ich bevorzugt verwende:

Anfänglich fing ich damit kaum was, manchmal vielleicht ein Aitel, welches ihn gleich beim Eintauchen nach dem Wurf nahm, aber keinerlei Anzeichen von Esox.Irgendwie bekam ich den Dreh aber raus und er stellte sich als wirklich sehr fängig heraus. Da muß ich wirklich so eine Plattform wie unser Forum loben, dort hab ich mir die diversen Tipps rausgesucht und auch verwerten können.

Er hat meiner Meinung sehr grosse Vorteile bei der Köderkontrolle:
Ich sehe immer, wo er gerade ist, Hindernisse sind nur problematisch, wenn sie direkt an der Oberfläche sind.
So kann ich viele felsige und mit Wurzeln verwachsene Ufer abklappern ohne Angst um den Köder haben zu müssen.
Und gerade in den kleinen Lücken oder Ausbuchtungen unter dem überhängenden Gras stehen in meinem recht schnell fließenden Gewässer die Hechte!Ich werfe sehr gerne im rechten Winkel direkt in die Strömung soweit es geht, gebe sogar noch etwas Schnur nach und lasse ihn dann an mein Ufer driften. So kann ich das Ufer auf meiner Seite über wirklich große Distanzen risikolos „abpoppern“ . Gefährliche Würfe dem Ufer entlang gehören der Vergangenheit an. Entfernungen von über 50 Meter sind so absolut kein Problem.

Ebenfalls suche ich mittlerweile das Ufer in den Watstiefeln ab, so komme ich an Stellen, die normalerweise überhaupt nicht erreich- oder befischbar sind. So kann ich z.B. den Popper geschickt zwischen zwei Krautbänken hindurch mit der Strömung abtreiben lassen, um ihn dann wieder ( oft beutebringend ) wieder zurückzuzupfen. An das Gerät werden aber dabei schon höhere Anforderungen gestellt, meist geht es beim Drill ab ins Kraut. Glücklicherweise ist das Laichkraut nicht sehr stabil und reißt eigentlich immer ab. Ansonsten gehe ich auch schon mal ein Stückchen in den Watstiefeln entgegen.

Aber man sollte bei der Wahl des Watkeschers aufpassen! Ich habe leider einen sehr engmaschigen vom Fliegenfischen. Da verheddern sich die Drillinge drin, dass es leicht zur Katastrophe ausarten kann. Habe mich erst heute beim Versuch, den noch lebenden Fisch da irgendwie rauszubringen selbst am Mittelfinger gehakt. Also unbedingt auf grobe Maschen achten! Wenn das alles nicht bald zum Erfolg führt, bleibe ich auch schon mal an hechtverdächtigen Stellen stehen und poppere da mal ne halbe Stunde rum, irgendwann kommt dann schon mal einer vorbei. Aber bei all den Varianten fische ich im relativ flachen Wasser bis zu maximal einem Meter Tiefe, in tieferen Rinnen oder Löchern hatte ich bis jetzt noch kein Glück. Da stehen die Fische ja auch tiefer unten und ein Oberflächenköder wird wohl nicht mehr so stark registriert. Häufig habe ich auch Bisse, die ich nicht verwerten kann, doch wenn ich die Größe der gefangenen Fische so betrachte, dann ist da kein „Kleiner“ dabei. Langsam vermute ich, es sind die kleinen Hechte, deren Bisse ich nicht hinbekomme. Aber das ist auch andererseits wieder gut so, dann werden sie wenigstens nicht verangelt. Die Haken des Poppers sollten immer absolut nadelscharf sein, ich schleife sie samt Verwendung von Qualitätshaken regelmäßig nach. Das erhöht die Ausbeute doch merklich, das Hechtmaul ist nicht gerade hakenfreunlich. Bei den Aiteln ist das nicht so extrem wichtig, die haben ja weiche und zähe Lippen, sobald sie in der Größe sind, den Popper vernünftig zu packen.

Apropos Größe:
Ich fange nur mit den großen Poppern um die 9 bis 10 Zentimeter. Vermutlich hängt das mit der Funktion als Reizköder zusammen, denn was sollte er den sonst darstellen. Auf kleinere Varianten vom gleichen Typ habe ich bis jetzt nicht mal Bisse bekommen.
Zusammengefasst:


Wichtigster Punkt ist die Köderführung:

Also nach dem Werfen Kontakt aufnehmen und ein paar mal kräftig rucken
( er erzeugt dabei ein deutliches „blubb“ ), danach eine kurze Pause und dann wieder kräftig rucken.
Das ganze sollte aber möglichst abwechslungsreich gestaltet werden und desto langsamer, umso besser.
Was auch sehr oft passiert: Der Popper wird schon beim Auftreffen auf das Wasser attackiert, also aufpassen!

Zweitwichtigster Punkt ist der Anhieb:

Die Bisse kommen immer in der Pause und sind wirklich äußerst heftig.
Aber immer warten, bis man den Fisch in der Rute spürt. Sonst ergeht es euch wie mir am Anfang: Anhieb bei Sichtung des Wasserschwalls. Resultat: Keines, da der Fisch den Popper noch nicht im Maul hatte. Ich schlage dann kräftig an, setze gerne nach paar Sekunden noch einen oder zwei leichtere Anhiebe im Drill nach und bekomme so fast jeden Fisch.Aber Vorsicht, viele Bisse kommen erst knapp unter der Rutenspitze, das hebt den Adrenalinspiegel gewaltig und der Anhieb muss kräftig, aber sehr gefühlvoll ausfallen.

Zum Gerät:

Ja nach Gewässer reicht eine 2,40 mtr. lange steife!! Spinnrute mit etwa 25gr. Wurfgewicht. Steif deshalb, damit der Anhieb auch auf größerer Distanz durchkommt und den Haken in das harte Hechtkiefer treibt. Aus diesem Grund verwende ich nur noch eine gute geflochtene Schnur, da die Dehnung gegenüber einer monofilen Schnur gleich null ist. Als Rolle reicht eine jede gute Stationärrolle die etwa 100mtr. 0,17er geflochtene Schnur fasst. Ich habe mir mittlerweile auch einen Winkelpicker mit sehr harter Aktion umberingt. Als Spitze habe ich ein kurzes Stück Vollglas eingeklebt. So ist die Rute 2,30 mtr. lang und dabei nur 130gr. schwer.

Genauso gerne nehme ich meine Rozemeijer Powerspin mit 2,7 mtr. und einer Shimano Exage 2500 mit 0,17er Powerline. Als Stahlvorfach hat sich Flexonit mit 11,5kg bewährt. Dieses habe ich direkt am Popper angebunden, daher schlägt er auch immer bisschen Kurven beim Rucken. ( Ob das wohl der Schlüssel zu meinen guten und auch doch recht häufigen Erfolgen ist??) Ich fädle dazu einfach die Schlaufe des Vorfachs durch das Loch am Popper und ziehe das andere Ende wieder durch. So kann absolut nix passieren, die Schlaufe ist ja viel kleiner als der Popper.

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