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Sep 04

Köderfarben

Köderfarben

Jeder der schon einmal mit Kunstködern auf der Raubfischpirsch war, hat sich diese Fragen wohl schon einmal gestellt. Was ist richtig? Grelle Schocker Farben oder dezente natürliche Töne, hat der Zander eine besondere Vorliebe für gelb, oder was sieht der Fisch im tiefen Wasser überhaupt noch?

In diesem Artikel versuche ich mal, dieses sehr komplexe Thema kurz nieder zu legen und ihnen wertvolle Tipps für den nächsten Raubfisch zu geben!

1. Farbschema:
Vor kurzem stellte ich dieses System in einem anderen Artikel schon einmal vor. Nun wieder hole ich es noch mal, einfach weil man mit seiner Hilfe die möglichen Farbgruppen bei Spinnködern einteilen kann und so weiß wann welcher Köder fängig ist!
Als erstes könnt ihr die Übersicht der einzelnen Gruppen (nach meiner Sortierung und Meinung) und dann bei manchen ihren genaueren Verwendungszweck.

Weißfisch Imitationen:
Hierzu zählen alle Köderfarben, die Beutefische wie Rotauge, Rotfeder, Laube, Renke etc. imitieren sollen. Ebenso wie Silber oder chromfarbene Wobbler.

Krebsimitationen:
Genial fängig auf Zander und Barsch. Alles was rot, rötlich oder braun ist und vielleicht sogar noch ein Krebsmuster trägt, gehört in diese Kategorie.Diese Wobbler sollte man krebsähnlich führen. Also grundnah mit ruckartigen Hopsern.Wo es schwarze und bläuliche Krebse gibt sollte man solche Wobbler auch so führen.

Barsche:
Alles was Streifen und vielleicht sogar noch einen orange-farbenen Bauch hat und so einen Flussbarsch darstellt, sowie Wobbler mit Sonnen/Schwarz – oder Kaulbarsch Farbe gehören in die Barschfarben Gruppe.
Einfach mal ausprobieren. An manchen Tagen wollen die Räuber gar nichts anderes als Stachelräuber.
Barsche sind übrigens auch Kannibalen und Köder im Barschdekor fangen dann die richtig dicken „Artgenossen“.

Salmoniden:
In Gewässern wo es Salmoniden (die Renke lasse ich jetzt aus, da sie farblich eher in Gruppe 1 passt) gibt, fressen die Raubfische oft nichts anderes mehr. Gerade an Forellenseen ist das so, weil die frisch eingesetzten Regenbogenforellen oft orientierungslos umherstreifen und so eine leichte Beute für den Hecht darstellen. Wer also Räuber aus Forellenbächen fangen will, oder einen Hecht im Forellenteich sollte auf Wobbler im Salmonidendesign setzen!

Schocker:
An trüben Tagen, oder wenn sonst nichts geht, sind sie oft die letzte Rettung. Die Schockerfarben.
Bunte Wobbler in rot, orange, gelb fangen dann oft doch und retten den Tag.
Aber man kann sie auch falsch einsetzen und schnell ist der Fisch wortwörtlich für den Rest des Tages geschockt und verliert schnell den Hunger.
Übrigens in sehr tiefen Gewässern gehört blau bei mir auch zu den Schocker-Farben. Denn es ist eine der Farben die selbst im sehr tiefen Wasser (wo rot z.B. schon nicht mehr richtig sichtbar ist und auch nicht mehr auffällt) immer noch auf sich aufmerksam macht.

Andere Farben:

-Froschimitationen.
Besonders während der Frosch-Paarungszeit und im Sommer fangen diese Köder sehr gut.
Manche Frosch und Krötenarten produzieren in besonderen Drüsen schlecht schmeckende und/oder giftige Hautsekrete. Auffallend ist, dass diese Amphibien meistens braun sind. Deswegen fängt man oft mit braunen Oberflächenködern gar nichts. Einfach, weil die Fische schon wissen, dass diese Beute ungenießbar ist. Auf unsere heimischen Räuber benutze ich deshalb immer grüne Frosch Nachbildungen. Interessant ist aber, dass das dem nordamerikanischen Schwarzbarsch gar nichts ausmacht. Er stürzt sich auf Frösche aller Arten und Farben.

-Heuschrecken, Käfer u.s.w. .
Ich glaube zwar nicht, dass ein Fisch in manchen Wobblern die eine Heuschrecke darstellen sollen unbedingt eine sieht, aber die Köder fangen trotzdem.

– Schwarz .
Die verkannte Super Farbe beim spinnen! Schwarz bietet dem Raubfisch einen sehr gut sichtbaren Umriss. Darauf kommt es vor allem bei Oberflächenködern an, aber ein schwarzer Köder kann auch z.B. über hellem Sandboden wahre Wunder vollbringen. Schwarz benutze ich sogar in der Nacht, denn er hebt sich deutlich von der Umgebung ab.
Schwarze Oberflächen-Köder gehören aus gutem Grund bei mir zur Standardausrüstung ebenso Shads und Wobbler!

-Weiß.
Auch eine Farbe die man selten sieht. Eigentlich schade, denn sie ist ziemlich brauchbar! Weiß fällt vor allem im trübsten Wasser auf und man kann es selbst im tiefen Wasser noch gut sehen. Also perfekt fürs Twistern im Fluss auf scheue Zander!
Matte Weißtöne ziehe ich perlmuttartigen vor. Ein weiterer Vorteil dieser Farbe ist, dass sie sehr universell einsetzbar ist. Weiß hat auch im klaren Wasser keine Scheuchwirkung. Weiß – eine Farbe für alle Fälle!
Pinke Köder kann man ähnlich gut einsetzen.

-Braun
ist eine Farbe die man eigentlich immer benutzten kann, weil sie nicht verscheucht aber auch nicht alltäglich ist. Ich halte deswegen immer genügend braune Köder dabei.

– „Fire Tiger“
dieses großartige Farbmuster kann man je nach Farbintensivität entweder in die Gruppe der Barsch Dekors oder Schocker-Farben stecken.

-Mischfarben:
Köder die in verschiedenen Farben gesprenkelt sind, oder z.B. einen grünen Körper und einen gelben Schwanz haben, werden auch eher seltener gefischt, aber an Schneidertagen bringen sie oft so manchen Fisch dazu die Wasseroberfläche zur Freude des Anglers zu durchstoßen. Gerade Zander scheinen es zu mögen.

-Redhead.
Weißer Körper und roter Kopf eine bei Fisch und Anglern sehr beliebte Kombination. Unter Wasser sehr auffällig und fängig!

-Transparente Köder.
Seit neustem tauchen auf dem deutschen Angelmarkt immer wieder durchscheinende Köder auf. Und das ist ganz klar zu unserem Vorteil. Im flacheren Wasser blitzen bei Lichteinstrahlung die Flanken auf wie ein Schuppenkleid eines kleinen fliehenden Fischchen. Vor allem, wenn diese Köder ruckartig geführt werden kommt dieser Effekt zur vollen Geltung. Wohl die wichtigste und Erfolg versprechendste Neuerung bei den Köder Dekors. Aber diese Köder funktionieren nur bei ausreichend starkem Lichteinfall gut. Deswegen benutze ich sie nicht bei tieferem oder trübem Wasser. Grob kann man sagen, dass sie bei klarem Wasser bin zu Tiefen von 2m gut wirken. Auch in der Nacht kann man sie daher nicht optimal einsetzen.
Das gleiche gilt auch für stark reflektierende und/oder glänzende Köder.

-Hecht-spezial:
Viele Angler wissen es schon und nutzen es aus: Hechte sind Kannibalen!
Sobald sich ein kleinerer Hecht arglos in die Nähe eines anderen begibt, geht er ein großes Risiko ein! Der andere könnte ihn sofort schnappen und einverleiben.
Das ist der Grund warum Wobbler und andere Köder mit Hecht Zeichnung so viele Hechte fangen!
Mein Tipp: Einfach mal ausprobieren. Es lohnt sich!!

Wann welche Farbe?
Die heißesten Diskussionen werden oft ja darüber geführt, wann man natürliche Muster und wann man grelle Farben einsetzten sollte. Oft hört man ja: Wenn das Wasser trüb ist Schocker, bei klarem Wasser Naturtöne. Im Grunde ist diese Einteilung schon richtig, aber sie ist eben nicht präzise genug und man kann sie einfach nicht für alle Gewässer gleich anwenden.

Wenn zum Beispiel ein Gewässer überfischt ist, vertreiben grelle und bunte Köder die Fische oft nur noch. Dann müssen Naturfarben her! Aber auch in klaren Gewässern greife ich gerne mal zu Schockern. Zum Beispiel, wenn ein Hecht hartnäckig sich in einem Unterstand versteckt und auf nichts beißt. Dann benutze ich extrem auffällige Köder die dann noch aggressiv und ruckartig geführt werden und nach ein paar Würfen hängt der Hecht dann doch.

Wenn man eine auffällige Farbe in tiefem Wasser benutzten will scheiden rot und orange unter anderem aus. Denn sie verschwinden mit zunehmenden Lichtmangeln am schnellsten. Blau ist dann eine gute Farbe denn sie sticht noch deutlich heraus.

Anpassen ist oft alles!

Manchmal hat man ein Gewässer vor sich, in dem die Raubfische sich auf einen ganz bestimmten Beutefisch eingestellt haben (teilweise auch nur saisonal).

Zander handeln gerne so! Wenn es in einem Gewässer Krebse gibt fressen sie manchmal gar nichts mehr anderes. Dann ist ein roter oder brauner Wobbler der hüpfend geführt wird das Beste! In anderen Gewässern entwickelt der Zander eine außerordentliche Vorliebe für den Stint. Dann sollte man schlanke gräuliche Köder wählen. Die eher monoton und nicht sonderlich bewegt geführt werden.
Auch bei anderen Fischarten kann man so etwas oft feststellen.

Und, wenn an einem bestimmten Gewässer auf eine Farbe länger mal nichts geht hilft oft ausprobieren. Aber nicht direkt verzagen, wenn ein Köder mal nicht läuft. Vielleicht sind an der Stelle einfach gar keine Fische!

So zum Beispiel, wenn es in einem Gewässer viele Forellen gibt. In typischen Forellenbächen ernähren sich Hechte hauptsächlich von jungen Bachforellen auch so in manchen großen Seen. Dann ist ein Köder in Bachforellen Farbe der 1. Wahl.

Frisch eingesetzte Regenbogen-Forellen irren im Forellensee oft noch länger orientierungslos herum. Eine Leichte Beute für unseren Hecht der sich diese ohne größere Anstrengungen packen kann. Und Hechte gibt es in Forellenseen öfters als man denkt!
Köder im Regenbogen Muster eignen sich dann perfekt!

Welche Farbe für welchen Fisch?!

Auch hier kann man wieder keine allgemein gültigen Regeln aufstellen. Das alles hängt einfach zu stark von den jeweiligen Bedingungen im Angelgewässer ab. Trotzdem liste ich hier eine Fischart und die Farben die sich bei mir als besonders Erfolgs versprechend erwiesen haben ab.

Hecht:
In manchen guten Hechtgewässern ernähren sich Hechte oft nur von einer einzigen Art. So zum Beispiel in manchen Stausseen, oder in den norddeutschen Bodden-Gewässern. Wenn also Renken bzw. Heringe zur Hauptnahrung gehören sind, wenn man im flachem fischt blaue Köder das beste im Tiefen eher silbrige. Das liegt daran, dass ein blauer Köder im Tiefen zu sehr auffällt und die natürliche Beute in diesen Wasserschichten auch nicht mehr blau wirkt sondern nur unter Sonneneinfall im Flachwasser. Wie weiter oben schon mal geschrieben gehört alles was aussieht wie ein Baby Hecht auch zu den super Hecht Fängern!

Köder im Hecht Dekor:

Zander:
Bei Anglern ist Gelb die beliebteste Farbe für Flusszander und das ist nicht einmal unbegründet. Aber ein schrilles Grün ist oft noch besser. Auch die Kombination von Neon Grün und einer dunklen Farbe in etwa Schwarz bringt viel Erfolg.
Ebenso gehört Weiß zu den besten Farben fürs Gummi-Köder angeln in trüben Flüssen. Wenn man nachts mit Wobblern auf Zander angelt nehme ich meistens schwarze Köder.
Auch beim Zander ist das Anpassen an die natürliche Beute wichtig. Deswegen sind in manchen Gewässern (wo es zum Beispiel viele Stinte gibt) silberne Kunstköder die besten.
Oft gehören kleine Grundfische wie Gründling, Kaulbarsch und Schmerle zur des Zanders liebsten Beute. Dann bringen wieder einmal braune Köder am besten noch mit schwarzen Punkten manchmal Fisch nach Fisch.
In Seen verhält es sich gelegentlich etwas anders. Hier fangen besonders Krebsfarben ähnliche Köder.
Zum Beispiel Ocker-Rot oder Brauntöne. Auch Köder die das Silber einer Laube imitieren sind immer gut.

Barsch:
Auch Barsche lieben Krebse deswegen sind wie beim Zander rot und braun immer gut. Besonders gut auf Barsche ist oft eine Kombination von rot und grün oder rot mit schwarzen Stücken (z.B. Augen).
Alles was farblich einen Barsch imitiert ist eine ausgezeichnete Wahl.
Für Barsche richtig Appetit anregend – ein vermeintlicher Artgenosse:

Forellen:
Forellen fressen auch gerne mal jüngere Artgenossen. Deswegen liegt man mit Ködern im Forellen Dekor nie falsch.
Für Bachforellen gehören Köder in dunklen Brauntönen die an eine Koppe erinnern zu der besten Farbwahl.
Auch gräuliche Köder mit schwarzen Querstreifen sind immer gut. Vielleicht sieht die Forelle ihn ihnen ja einen Artgenossen?!
Eingesetzte Forellen im Forellensee beißen oft sehr gut auf richtig grelle Schocker!

Schwarzbarsch:

Noch ein Fisch der Krebse über alles liebt! Deswegen gehören auch hier rote und braune Köder zur Grundausstattung.
Weitere gute Farben sind Dunkelgrün mit schwarzen Sprenkeln und lila. Sehr fängig: Kombinationen aus zwei dunklen Farben z.B. ein dunkles lila mit schwarz. Aber auch Blautöne fangen gut.
Die Schwarzbarsch Farbe schlecht hin „Watermelon“:

In diesem Artikel habe ich versucht einen kleinen Einblick in die große Welt der Köderfarben zu geben.

Ich hoffe, dass ihr mit diesen Tipps vielleicht auch eure Fangerfolge steigern könnt!

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