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Sep 13

Mini fängt Maxi – Mit der Spinnrute auf Spätsommerdöbel

Es ist Ende August, die Tage werden langsam kürzer und ich habe mich entschlossen mal wieder den Döbeln nachzustellen. Das Spinnangeln auf Döbel hat schon was Besonderes und so war ich gespannt was mich erwarten würde. Das Gewässer ist für einen Dresdner wie mich schnell gefunden – die Elbe. Mit ihrem guten Fischbestand beherbergt die Elbe auch stattliche Döbel und 50+ Fische sind keine Seltenheit. Genau auf diese Kaliber hab ich es abgesehen.

 

Natürlich fängt man solche Fische nicht mal so eben nebenbei und man muss Platz, Gerät und Köder schon entsprechend wählen. Im Spätsommer schwimmt noch immer genügend Brut im Wasser umher und die Köder können demnach nicht klein genug sein. Denn genau auf diese kleinen Brutfische haben sich die Räuber eingeschossen. Die erste Wahl fällt auf einen kleinen Kopyto in 3,5cm. Weitere gute Köder sind kleine Effzettblinker, Spinner oder Wobbler im Miniformat. Größer als 4-5cm sollten die Köder aber nicht sein, sonst bleiben viele Bisse aus, wie ich feststellen konnte. Ein Wechsel zu einem größeren Gummifisch (5cm) um eventuell doch etwas selektiver auf große Döbel zu fischen brachte keinen Erfolg. Zwar gab es kurze Anfasser, aber verwertbare Bisse gab es keine.

Der favorisierte Köder war schließlich der 3,5cm Kopyto. Die Farbe spielte dabei nicht so die tragende Rolle. Ich habe diverse Farben genutzt und auf alle gefangen, egal ob fluogelb oder schwarz-weiß.

Will man in der Elbe die Döbel finden so muss man nach tiefen strömungsreichen Stellen in Ufernähe suchen. Die Döbel stehen, wie auch die anderen Räuber, ufernah und jagen die kleinen Brutfische. Allerdings hat die Erfahrung gezeigt das sie ruhiges (strömungsarmes) Wasser meiden oder zumindest hier nicht jagen.

Stromschnellen haben sich dabei als besonders fängige Stellen herauskristallisiert.

Wie fischt man aber nun am besten, wenn man eine fisch-/döbelverdächtige Stelle gefunden hat? Bei mir hat sich gezeigt das ein Zupfen des kleinen Gummifischs an der Oberfläche die Döbel zum Anbiss reizt. Dabei wirft man den Köder stromab und holt ihn somit gegen die Strömung ganz langsam ein. Dabei immer wieder Zupfer und Ticks einbauen. An solchen Spots wie auf dem vorherigen Bild lohnt es auch die Stromschnelle zu überwerfen und den Köder von der Strömung an straffer Schnur in die Stromschnelle reindrücken zu lassen. Nicht selten kommt genau in der Stromschnelle der Biss. Und so ein Biss von einem ordentlichen Döbel hämmert ebenso ordentlich in die feine Spinnrute. Diese Momente sind dann nichts für Angler mit schwachem Herz, denn man bekommt mitunter einen ganz schönen Schreck. Aber das macht die Döbelangelei eben auch so spannend.

Ich fische dabei wie schon erwähnt mit einer feinen Spinnrute. Ein Model von 2,10 m Länge und einem Wurfgewicht bis max. 15g und dazu eine 1000er Rolle sind ideal. Wichtig ist das man die kleinen Köder auf eine gute Wurfweite bringt. Eine dünne Schnur ist dabei natürlich ebenso wichtig. Ich habe mit einer dünnen Geflochtenen (0,08) gefischt. Eine gute monofile Schnur (0,20) ist aber genauso gut geeignet und  sie bietet noch den Vorteil das man gerade bei den Barschen, die immer wieder willkommener Beifang sind, weniger Aussteiger hat.

Bei meinem Ausflug konnte ich einige gute Döbel zum Landgang überreden, allerdings war der ganz Kapitale nicht dabei. Dennoch waren es schöne Fische die gezeigt haben das meine Taktik aufgegangen ist.

Wie schon vorhin kurz erwähnt, gibt es zwischendurch immer wieder ein paar andere Räuber die sich den Köder schnappen, worüber man sich natürlich freut. Barsche und Rapfen zählen dabei zu den häufigsten Abnehmern. Die Barsche finden sich aber eher seltener in der Hauptströmung, sondern mehr in strömungsarmen Bereichen  und an Steinpackungen in Ufernähe. Der Rapfen wiederum teilt gern die Einstände mit dem Döbel und so kommt es hin und wieder vor das man diese beiden Fische an einer Stelle fangen kann.

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Wenn euch der Bericht ein bisschen animiert hat es auch mal auf die Döbel bei euch in der Nähe zu versuchen, dann probiert es doch einfach mal aus und berichtet dann über eure Fänge hier bei Angler-Online im Forum.

Also viel Erfolg bei der Döbeljagd und Petri heil.

 

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