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Sep 04

Wobblerbau

Ich habe mich aus Kostengründen damit beschäftigt, meine Wobbler selber zu bauen. Auch die Beschäftigung mit solchen Dingen ist einfach interessant.

Die Farbenwelt steht mit Tür und Tor weit offen, denn es gibt nichts, was man nicht machen kann. Zuerst will ich mal eingehen auf die Holzart, die ich verwende, Balsaholz. Dieses Produkt ist ein sehr leichtes und gut zu bearbeitendes Holz. Mit einem Teppichmesser problemlos zu bearbeiten. Auch die Schwimmfähigkeit ist enorm. Was wohl ein Manko ist, da es kaum Eigengewicht mit sich bringt, aber dies wird dann durch Blei wieder ausgeglichen, dazu später mehr.
Jetzt werde ich erstmal auf das Werkzeug eingehen, das ich für den ersten Schritt brauche.

1. Bleistift
2. Pappe
3. Schere
4. Papier

Mit diesen Utensilien werden zunächst mal die Formen auf ein Blatt Papier gebracht. Dabei nehme ich nur die Höhe und die Länge des Wobblers, die Breite ist für mich nicht interessant, denn diese passe ich später nach Gefühl an. Ist dies passiert, werden diese Zeichnungen ausgeschnitten und auf Pappe aufgeklebt, nach dem Trocknen natürlich ebenfalls ausgeschnitten.

Jetzt geht es an das Holz. Und auch da eben eine Material-Liste für den Bau.

1. Handsäge
2. Teppichmesser
3. Reißzwecken
4. Schmirgelpapier
5. Anschlagwinkel
6. Geodreieck
7. Bindedraht
8. 2K- Kleber
9. Stahlnagel oder ähnliches
10. Eisstiele
11. Dachdeckerblei
12. Sekundenkleber

Da wir ja die Zeichnung schon haben, wird diese jetzt der Länge nach gemessen. Diese Messung wird auf das Balsaholz aufgebracht plus 1-2mm, das gleiche gilt für die Höhe.

Haben wir das angerissen, kommt die Säge zum Einsatz und jetzt wird das rechteckige Stück Holz ausgeschnitten.

Vor uns liegt nun das Stück Holz.

Die Breite und Höhe wird nun auf das Holz aufgezeichnet (mit dem Geodreieck geht es gut). Jetzt kommt die Schablone zum Einsatz. Da die Höhe und Breite schon aufgezeichnet sind, wird nun die Schablone angelegt und mit den Reißzwecken befestigt. Nun mit dem Bleistift rundherum zeichnen und das Gleiche auf der gegenüberliegenden Seite.

Nachdem wir nun alles aufgezeichnet haben, wird mit dem Teppichmesser ausgeschnitten.

Hat man dieses getan, kann man, wenn nötig, mit dem Schleifpapier nachbessern.

Bleibt nur noch die Draufsicht und die zeichne ich immer Freihand. Diese muss auch nur noch ausgeschnitten werden und wenn nötig, geschmirgelt.

Jetzt hat man den Wobbler-Rohling vor sich liegen. Ich nehme jetzt einen Bleistift und zeichne mir auf der zukünftigen Bauchseite der Länge nach eine Mittellinie an.

Jetzt kommt die Handsäge zum Einsatz. Die Handsäge wird auf dem Strich angesetzt und bis zum Mittelpunkt der Mittellinie gesägt. Jetzt wird mit dem Teppichmesser eine Nut ausgearbeitet, die so breit sein sollte, dass unser späteres Gestänge und das Blei hineinpasst.

Als dann wird das Gestänge gebogen. Hierfür verwende ich verzinkten Bindedraht, weil er sich leicht biegen lässt. Den Draht biege ich jetzt um den Nagel, damit ich meine erste Öse habe. Danach geht es zum späteren Bauchdrilling, auch da wird eine Öse geformt. Und zum Schluss der Enddrilling, wo noch eine Öse gefertigt wird.

Da ich Dachdeckerblei benutze, kann man diesen mit einer Schere oder dem Teppichmesser zuschneiden. Kleine Streifen abschneiden. Wie schwer das Blei seien sollte, habe ich immer ausprobiert. Dazu habe ich das Gestänge vorne und hinten mit Sekundenkleber befestigt, das Blei in der Nut verkeilt und in der Badewanne ausprobiert. Natürlich danach trocknen lassen und nicht das Holz nass verarbeiten. Das Blei wird nun auch mit dem Sekundenkleber festgeklebt.

Steht nun das Ausbleien fest, kommt der 2K- Kleber (5min Epoxid-Kleber) zum Einsatz. Mit einem Eisstiel (dieser zu Recht geschnitten auf Nutbreite) wird der Kleber in die Nut eingelassen. Ich mische ein wenig feine Späne unter, dadurch hat man einen dickflüssigeren Kleber der nicht überall hinläuft, sonst ist er zu dünn und man muss immer mit dem Eisstiel arbeiten. Ist die Nut ausgefüllt, wartet man bis der Kleber angezogen hat, denn dann kann man mit dem Teppichmesser die Überstehenden Reste gut wegarbeiten.
Nachdem diese Schritte gemacht sind, lasse ich alles über Nacht trocknen.

Die Farbe wird auf den Wobbler aufgetragen. Dazu verwende ich Künstler-Acryl. Diese trocknet schnell und auch das Bemalen mit dieser Farbe ist leicht. Auch gibt es mit dem Späteren lackieren keine Probleme, also keine Risse im Lack. Zuerst grundiere ich immer mit Weiß, darauf kommen dann die anderen Farben. Hier kennt die Phantasie kaum Grenzen! Nachdem ich meine Wobbler bemalt habe, lasse ich sie über Nacht trocknen.

Der Lack
Ich nehme für den Lack einen Bootslack, da dieser für Wasser besonders geeignet ist. Er bleibt bei jeder Witterung flexibel und ist trotzdem strapazierfähig. Welche Bootslacke man nehmen soll oder kann, darüber muss man sich erkundigen. Jetzt wird der Lack in einer dünnen Schicht auf den Wobbler aufgetragen. Ich halte dazu den Wobbler mit einer Kombizange an der Öse fest, und streiche dann den Lack auf. Nach 12 Stunden wird die 2. Schicht aufgetragen. Dies wiederholt sich 3-4 Mal, je nach Hersteller des Lackes. Der Hersteller des Lackes macht hierüber, ebenso wie zur Aushärtungszeit im Datenblatt genaue Angaben. Auch für eine gute Lüftung im Raum ist zu sorgen.

Die Tauchschaufel
Auf die Winkelstellung der Tauchschaufel, werde ich nicht weiter eingehen, denn da gibt es genug im Internet zu sehen und die meisten kennen die Winkelstellung sowieso.
Den Strich für die Tauchschaufel zeichne ich mir nun auf dem Wobbler an. Mit einer Handsäge wird der Schlitz gesägt. Die Form der Tauchschaufel sollte nie breiter als der Wobbler sein. Die Länge, ist max 1/3 Drittel des gesamten Körpers, aber auch da sollte jeder selbst mal experimentieren. Die Tauchschaufel klebe ich ebenfalls mit dem 2K- Kleber ein.
Jetzt ist der Wobbler fertig und kann ausprobiert werden.

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in den Bau des Wobbler’s vermitteln. Es lohnt sich, so was mal selbst auszuprobieren. Viel Spaß beim Herstellen der eignen Wobbler.

Gruß Markus alias Angler70

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