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Sep 04

Zocken unter der Rutenspitze

Besonders Barsche und Zander reagieren auf diese Methode ausgezeichnet! Barsche vor allem auf die herkömmlichen Köder, Zander mehr auf die „holländische Methode“
Aber selbst auf Hechte kann es unter geeigneten Umständen eine geniale Methode sein. Dann aber mit etwas schweren Montagen (Riesengummis und Jerkruten).

Als Köder kommen nicht nur die schon sehr alten (aber immer noch sehr fängigen) Metall-Zocker (Minpilker) und die klassisch skandinavischen Balance Pilker zum Einsatz sondern auch Gummiköder und alle möglichen Arten von Jigs. Selbst mit Naturködern kann es gerade auf Zander sehr erfolgreich sein.

Vertikal angelt man in der Regel vom Boot aus. Denn der Köder befindet sich ja mehr oder weniger direkt unter der Rutenspitze. Das geht aber auch sehr gut von einer Spundwand aus:

Grob gilt die Regel: „umso tiefer das Wasser destso eher sind Zander dort“. In flacher Umgebung, vor allem in der Nähe von Stegen trifft man eher Barsche, Sonnenbarsche und ähnliche Fische.

Beim Vertikalangeln sind kurze Ruten vom Boot aus sehr praktisch. Empfindliche Spitze und geflochtene Schnur sind Garanten für eine gute Bisserkennung!

Ein klarer Vorteil des „vertical jigging“ es, dass man den Köder kontrolliert an einer Stelle anbieten kann und so Fisch verdächtige Stellen enorm gründlich und langsam abfischen kann. Deswegen ist es auch eine geniale Winter Methode. Den in der bitterkalten Jahreszeit verteilt sich die Masse der Räuber oft auf eine kleine Stelle irgendwo im Gewässer.

An Stegen ist das Zocken oft die beste Methode um möglichst vielen schönen Barschen die Welt über dem Wasser näher zu bringen!

Mein Lieblingsköder mit dem ich mit Abstand die meisten (Kamm)Schuppenträger Fange ist der Balance Jig. Schon vor der Jahrhundertwende erfand ein Herr Rauhala diesen Köder.Im amerkanischen Exil. Minneapolis im Wasserstaat Minnesota scheint ein sehr produktiver Ort für Ködermacher zu sein. Hat doch auch Herr Rapala seine Köder dort und nicht in Finnland entwickelt! Aber kein Wunder bei so vielen Seen voller Hechte.

Durch je nach Situation mehr oder weniger heftige Rucke (wenn es kalt ist [so unter 15°] eher langsamere und schwächere).

Der Köder fällt beim absinken nicht einfach wie ein Stein runter. Nein in wildem Zick-Zack Kurs schwimmt er Fisch und Grund entgegen und genau das macht die sensationelle Fängigkeit dieses altehrwürdigen Köders aus!

Bei manchen Modellen kann man an der Schnur-Öse ein bisschen Biegen und das Laufverhalten so verändern. Einen Versuch ist es immer wert. Sehr fängig beim Eisangeln kann es sein, wenn man einen der 2 Einzelhaken mit einer einzelnen Made versieht.

Den normalen Zocker führt man genau so und genau so gut fängt er auch!

Übrigens bei beiden Ködern kann es auch immer einen Versuch wert sein sie auszuwerfen und ähnlich wie beim Faulenzen einzuholen. Oder im Mittelwasser in Wellenbewegungen zu führen. Das Vertikal Angeln mit Gummiködern ist dahin gegen schon etwas anspruchsvoller. Den Gummiköder haben keinen einzigen Lauf. Kreativ kann man sie durch ein Unregelmäßiges Ruckmuster zum Leben erwecken.

Mormyschkas heißen oft winzige aus Russland stammende Köder. Teilweise sind sie so klein, dass sie selbst Friedfische inkl. Lauben fangen!

Besonders beliebt sind sie beim Eisangeln. In Russland soll der Einzelhaken mit einem Fischauge (!) bestückt besonders gut fangen. Ich selber habe es aber noch nicht ausprobiert – warum auch Fischfetzen am Köder fangen Barsche auch sehr gut!

Viele Angler schwören auf Krabbeltiere! Genau genommen auf Zikanden beziehungsweise auf „cycadas“

Das ist die Ultra Mini Ausführung von Reef Runner.

Cycadas haben ein unbeschreibliches Laufverhalten. Unbeschreiblich ,weil es so fängig wie unberechenbar ist. Schon beim leichten Ruck vibrieren sie, dass man es bis in den Rutenblank und die Hand an der Rute spüren kann. Klar, dass Fische von weit her dieses „Futterglöckchen“ hören und kommen!

Wenn Hechte in tiefen Rinnen und Löcher stehen (oft im Winter) ist vertikal fischen auch für sie das beste. Denn nur so schafft man es die Standplätze konzentriert und gründlich abzusuchen. Logisch, dass bei so einem großen Kämpfer wie dem Hecht es kräftigen Gerätes bedarf. Eine harte Jerkrute mit Multi oder eine sensible Dorsch-Pilkrute sind optimal.

Als Köder eignen sich sogar Pilker . Vor allem bei Strömungen. Auch das Universal Talent bulldawg und vor allem Riesen-Gummiköder sind sehr gut geeignete Köder.

Noch ein weiterer 1. Klassiger Köder für diese interessante Angelart sind die auch in einem anderen Artikel vorgestellten lipless crankbaits. Sie sinken schnell wie ein Stein und haben ein gutes Köderspiel. Rat-L-Trap und das vergleichbare Rapala Modell sind gut für Zander und Barsch. Das größere Kaliber (etwa Salmo giant Chubby) sind einer der besten Hechtköder.

Vertikal gefischte Naturköder werden vor allem vom Räuber mit den Milchaugen dem Zander sehr geschätzt. Ein Köderfisch auf den Jigkopf aufgezogen, Zusatzdrilling montiert und fertig ist eine fängige Montage die nur sehr leicht und vorsichtig geführt und geruckt wird. Man kann den KöFi auch mal eine gemütliche lange Pause auf den Grund machen lassen. Den als Naturköder fängt er ja durchaus auch unbewegt. Auf jedenfall ist langsame Führung hier der Startpunkt zum Erfolg. Auch ein saftiger Blutegel genau so montiert wird vom Zander sehr geschätzt. Vom Menschen aber weniger. Schade denn er ist ein Prima Köder.

Auch ein vertikal angebotener Wurm überlistet so manchen schönen Barsch.

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